„Wolfsproblem fußt auf Lügen“ – Vergrämen schwierig

Stendal. „Beim Thema Wolf kommt die Gesellschaft der Realität immer näher. “ Mit diesen Worten eröffnet Bernhard Engelmann, Vorsitzender der Jägerschaft Stendal, seine Ausführungen zu Isegrim.

Es sei ein Thema, zudem er sich anlässlich der Jahreshauptversammlung am Samstagvormittag noch einmal äußern müsse. Und Engelmann kritisiert die öffentliche Darstellung der Wolfssituation scharf. „Das Wolfsproblem fußt auf drei großen Lügen“, so Engelmann.

Es sei zum einen überall zu lesen, dass der Wolf vom Aussterben bedroht sei und geschützt werden müsse. „Der Wolf war noch nie vom Aussterben bedroht“, stellt Engelmann klar. Auch mit der Schilderung, dass der Wolf auf eine natürliche Art und Weise nach Deutschland zurückgekehrt sei, erklärt sich der Groß Schwechtener nicht einverstanden. „Der Wolf ist eine Kulturlandschaft zurückgekehrt, die ihm eine bessere Nahrungsversorgung liefert als noch vor 150 Jahren“, sagt Engelmann. Es sei „ein Märchen der Zuwanderung“, welches sich durch ständige Wiederholung in vielen Medien in den Köpfen der Menschen festgesetzt habe.

„Drittens, unsere Wölfe sollen reinrassige Tiere sein“, führt Engelmann weiter aus. Als Beispiel zeigt er den Anwesenden im „Haus am See“ ein Bild aus einer Zeitschrift. Zu sehen ist ein Tier, das einem Wolf zwar ähnlich ist, aber laut Engelmann keiner ist. „Entweder hat derjenige, der das Bild ausgesucht hat, einfach keine Ahnung. Oder die Darstellung ist absichtlich falsch.“

Dem erfahrenen Jäger sind die Wolfsrisse und die damit verbundenen Schäden natürlich bekannt. „Eine Umzäunung ist quasi unmöglich.“ Ein Areal von mehreren Zehntausend Hektar zu umzäunen, würde nach Engelmanns Kalkulation einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. „Das ist doch Wahnsinn.“ Und auch das Vergrämen sei problematisch. Darunter versteht man das Vertreiben von Tieren, etwa mit Gummigeschossen oder akustischen Signalen. „Das funktioniert praktisch nicht“, so der Jäger.

 

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