Verdächtiger nach Autoattacke festgenommen

Ein Unbekannter hat in einem Vorort von Paris eine Gruppe Soldaten angefahren. Er wurde festgenommen, die Ermittler gehen von einem terroristischen Hintergrund aus.

 

Ein Unbekannter hat in einem Vorort von Paris patrouillierende Soldaten mit einem Auto angefahren. Nach Polizeiangaben wurden dabei in Levallois-Perret sechs Menschen verletzt. Von den sechs verletzten Soldaten erlitten drei schwerere Verletzungen, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, wie Verteidigungsministerin Florence Parly mitteilte. Sie sprach von einer “feigen Tat”, die die “Entschlossenheit der Soldaten” nicht mindern werde, sich für die Sicherheit der Franzosen einzusetzen.

Der Fahrer konnte zunächst mit seinem Wagen fliehen. Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe teilte am Nachmittag mit, dass der Verdächtige auf der Autobahn vor den Hafenstädten Boulogne-Sur-Mer und Calais gestellt und festgenommen werden konnte. Dabei habe es eine Schießerei gegeben. Aus Justizkreisen hieß es, der Mann sei nicht bewaffnet gewesen und während seiner Festnahme verletzt worden.

Innenministers Gérard Collomb sprach nach einem Besuch bei betroffenen Soldaten im Krankenhaus von einer absichtlichen Tat. Diese hätten den Eindruck gehabt, dass in dem Auto ein einzelner Mann gesessen habe. Das Auto sei zunächst langsam gefahren, habe dann etwa fünf Meter von den Soldaten entfernt beschleunigt, um dann gegen sie zu fahren. Die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft untersucht den Fall. Sie ermittelt unter anderem wegen terroristisch motivierter Mordversuche.

Schon mehrfach Angriffe auf Sicherheitskräfte

Die Soldaten patrouillierten den Angaben zufolge im Zuge der Antiterrormission Sentinelle (zu deutsch: Wache) in dem Vorort im Nordwesten von Paris. Die Operation wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris initiiert. 7.000 Soldaten bewachen seitdem unter anderem Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfe und Touristenattraktionen wie Museen oder den Pariser Eiffelturm.

Dabei werden die Soldaten selbst immer wieder Ziel von Angriffen. Im März war ein Mann am Pariser Flughafen Orly bei einer Attacke auf patrouillierende Soldaten erschossen worden. Im April wurde ein Polizist auf den Pariser Champs-Élysées getötet. Im Juni steuerte dort ein Islamist ein mit Sprengstoff beladenes Auto gegen einen Polizeiwagen.

Seit den Terroranschlägen vom November 2015 gilt in dem Land der Ausnahmezustand, der der Polizei weitgehende Befugnisse einräumt. Präsident Emmanuel Macron hatte angekündigt, ihn im Laufe des Jahres aufzuheben.

 

Nachrichtenquelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-08/levallois-perret-auto-anfahren-soldaten-verletzte

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