Ratschläge fürs Zweirad

Die Knospen sprießen, die Vögel zwitschern und die Sonne scheint: Ganz klar, der Frühling steht in den Startlöchern. Nicht wenige Besitzer eines Motorrad-Führerscheins bekommen Lust auf eine eigene Maschine. Billig sind neue Modelle allerdings selten, weshalb oft ein gebrauchtes Modell in den Blick rückt. Das macht durchaus Sinn, schließlich steht ein Motorrad gut die Hälfte des Jahres ungenutzt herum. Rund eine halbe Million gebrauchte Bikes wechselten in Deutschland im Jahr 2016 den Besitzer. Worauf man beim Kauf achtgeben sollte, verrät nun der Automobilclub ADAC.

Nur keine Hektik!
Schließlich ist ein Motorrad ganz anders aufgebaut als ein Auto, es gibt nur wenige Parallelen. Eine wäre die Faustregel, für Besichtigung und Probefahrt genügend Zeit einzuplanen. Mitgenommen werden sollten passende Bekleidung, einfaches Werkzeug eine Taschenlampe und nach Bedarf ein Überführungskennzeichen. Wie beim Autokauf schadet ein sachkundiger Begleiter nicht.

Auf Sturzschäden achten
Kommen wir nun zu den spezifischen Feinheiten beim Motorrad: Beim technischen Check prüft man, ob es Rost an der Auspuffanlage, den Schweißnähten des Rahmens oder im Tank gibt. Tritt Öl an Motor, Vorderradgabel oder Federbein aus? Schleifspuren an Lenkerenden, Schalldämpfern oder Teilen der Verkleidung deuten auf einen Unfall oder Sturz hin. Ein Check aller Lampen, Blinker und Schalter ist ebenso sinnvoll.

Gabel-Test für zwei
Die Fahrgestellnummer und die Reifengröße müssen den Angaben in den Papieren entsprechen. Wenn die Pneus kaum noch Profil haben oder “eckig” abgefahren sind, steht bald ein teurer Reifenkauf ins Haus. Bei einem auffälligen Höhen- oder Seitenschlag der Räder sollte man auf den Kauf verzichten. Um Gabel und Lenkkopflager zu überprüfen, hebt man die Motorradfront an. Dazu drückt ein Helfer das Heck des aufgebockten Bikes nach unten. Man umfasst die entlastete Telegabel mit beiden Händen am unteren Ende und drückt sie sowohl nach vorn als auch nach hinten. Es darf kein Spiel zu spüren sein. Dreht man die Gabel von Anschlag zu Anschlag, muss die Lenkung auch bei kleinsten Drehungen leicht und gleichmäßig zu bewegen sein.

Lauter, aber auch erlaubt?
Ist an dem Zweirad nicht die Original-Auspuffanlage, sondern ein Modell aus dem Zubehörhandel montiert, muss dieses den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Sonst droht beim TÜV oder einer Verkehrskontrolle Ärger. Die Betriebserlaubnis erlischt und es winkt eine Strafe von bis zu 90 Euro. Bei den Bremsscheiben muss man auf den Verschleiß achten. Wenn die Mindestdicke noch nicht unterschritten ist, fährt man mit senkrecht aufgesetztem Daumennagel von innen nach außen. Bei tieferen Riefen oder eingelaufenen Scheiben mit sichtbaren Absätzen an den inneren und äußeren Scheibenrändern müssen die Scheiben wahrscheinlich ausgewechselt werden. Rhythmische Schleifgeräusche beim gleichmäßigen Drehen des Vorderrads können auf einen seitlichen Schlag der Scheibe hinweisen.

Bremsen als Lebensversicherung
Kann der Handbremshebel leicht bis in die Nähe oder ganz an den Gasgriff herangezogen werden, ist das Bremssystem schlecht entlüftet oder undicht. Falls möglich, sollte man die Einstellung des Hebels verändern. Ändert sich nichts, verzichtet man besser auf eine Probefahrt. Die Bremsbeläge sollten noch mindestens drei Millimeter dick sein. Ein Pluspunkt in Sachen Sicherheit ist eine Ausrüstung mit ABS.

Alles sauber oder was?
Lässt sich die Kette deutlich vom hinteren Ritzel abheben, sind beide wahrscheinlich verschlissen. Die Kettenspannung muss beim freien Drehen des Hinterrads immer gleich bleiben. Andernfalls könnte die Kette unterschiedlich gelängt sein. Bei einem Kardanantrieb muss man das Hinterrad in beide Richtungen gleichmäßig drehen können. Es dürfen keine mahlenden Geräusche zu hören sein. Im Rahmen der Probefahrt muss überprüft werden, ob die Maschine gut anspringt, der Motor sauber Gas annimmt, das Zweirad gleichmäßig beschleunigt und die Bremsen nicht quietschen oder rubbeln. Blauer Rauch aus dem Auspuff deutet auf erhöhten Motorverschleiß hin. Zieht das Motorrad stark in eine Richtung, können Gabel oder Rahmen verzogen sein. Die Batterie muss mehrere Motorstarts problemlos bewältigen können.

 

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