Mehr Feuer als Eis: Was die Farben in Game of Thrones aussagen

Die Produzenten wissen Ihre Serie Game of Thrones immer wieder gut abzustimmen. Das trifft auch auf die Farbgebung zu. Wie sich die Farbgebung der Handlung anpasst und was die Farben aussagen, wurde nun getestet. Aber Vorsicht! Spoiler!
Die Farben vom Feuer und Eis
Am Ende der siebten Staffel waren insgesamt 67 Folgen von Game of Thrones ausgestrahlt worden. Nicht nur in ihrer Handlung wurde die Show kälter und dunkler, auch die Farbgebung der Serie wurde angepasst. Dabei wurde die Farbgebung nicht nur durch die verschiedenen Landschaften beeinflusst, in denen gedreht wurde, sondern auch durch andere Faktoren. In allen 67 Episoden wurden alle 10 Sekunden die Farben des entsprechenden Bildes analysiert. Festgestellt wurde, dass mehr Szenen eine durchschnittlich warme Farbe haben. Das heißt, dass der Farbton näher an Rot als an Blau ist. 61% aller Episoden von Game of Thrones zeichnen sich durch warme Farben aus, 39% liegen hier eher im kalten Bereich.

Dass überwiegend warme Nuancen verwendet wurden, hat einen spannenden Hintergrund. Es herrschte ein langer Sommer in Westeros, es wurden Szenen aus dem warmen Essos ausgestrahlt und das gelegentliche Drachenfeuer wärmte nicht nur die Antagonisten auf, sondern auch die Farben in den Szenen. Das änderte sich, als der Winter kam und die Handlung häufiger im Norden, in Winterfell oder hinter der Mauer spielte. Hier herrschen überwiegen kalte Farben. Was dabei sehr auffällig zu beobachten war: Die Farben der Sendung wurden stetig von Staffel zu Staffel dunkler. Winter is coming!
Die dunkelste Folge von Game of Thrones

Die dunkelste Episode in Game of Thrones ist die neunte Folge der zweiten Staffel: Schwarzwasser. In dieser findet die Schlacht vom Schwarzwasser statt. In der Schlacht stehen sich die Flotte von Stannis Baratheon und die Armee der Lennisters in Königsmund gegenüber. Die komplette Folge spielt nachts und zudem werden keine anderen Orte in der Folge außer Königsmund und dem Schwarzwasser gezeigt. Das einzige Mal, das Farbe aufblitzte, kam durch das Anzünden und Explodieren des grünen Seefeuers. Kurz dahinter liegt die neunte Episode der vierten Staffel. In dieser kommt es zu der Nachtschlacht an der Mauer zwischen Manke Rayders Heer der Wildlinge und der Nachtwache an der schwarzen Festung. Diese spielt nicht nur nachts, sondern auch in Norden, wo Eis und Schnee vorherrschen.
GoT bietet auch helle Episoden

 

Die hellste Episode ist der Einstieg in die Serie. In der ersten Folge der ersten Staffel herrscht Sommer. Es wurde viel draußen gedreht und zudem befindet sich Daenerys Targaryen gerade in Pentos. Bei den sommerlichen Temperaturen kommt viel Helligkeit und Farbe in die Szenen.
Was ist Farbe?

 

Von A.R. Smith wurde das Hue/Saturation/Value-Model entwickelt. Dieses stützt sich auf die drei Merkmale von Farben, die für uns besonders einprägsam sind: Das sind zum einen der Farbton wie zum Beispiel rot, gelb oder grün. Als Saturation versteht man die Sättigung, also den Anteil des Grauanteils. Hiermit kann definiert werden, ob die Farbe matt oder glänzend dargestellt wird. Und zum Schluss wird die Helligkeit festgelegt, also ob die Farbe hell oder dunkel ist. Dabei wird ein Farbton in Grad gemessen, beginnend bei Rot mit 0 Grad. Der Übergang zu Cyan liegt bei 180 Grad und ein voller Kreis umfasst 360 Grad. Alle Farben oberhalb dieses Kreises gelten als warme Farben, alle unterhalb als kalte Farben. So spiegelt die Sättigung die Reinheit der Farbe durch die Messung wider. Dabei wird sich die Frage gestellt: Wie viel Grau wird mit in die Farbe gemischt? Wird die Sättigung auf 0 Prozent gesetzt, ist die Farbe ganz grau und matt, während 100 Prozent die reinste Version der Farbe ist. Mit der Helligkeit wird die Menge an Weiß in der Farbe beschrieben. Ist die Helligkeit bei 0 Prozent, ist die Farbe schwarz. Bei 100 Prozent ist sie weiß.
Spiel der Farben in Game of Thrones
Diese Farblehre lässt sich nun auch auf die Serie Game of Thrones anwenden. Die Serie wurde in der siebten Staffel immer dunkler, weil die Handlung sich in den Norden verlagerte, die Protagonisten in schlecht beleuchteten Räumen unterwegs waren oder im Dunkeln kämpften. In der letzten Staffel kämpften dann auch Feuer und Eis in den Farben gegeneinander. Denn wann immer die Drachen Feuer spien, war Eis da, um der warmen Farbe entgegen zu wirken. In der siebten Staffel von Game of Thrones überwogen somit das erste Mal kalte Farben. Allerdings war die Serie konstant geprägt von dunklen und gedämpften Farben. Der Mittelwert liegt bei allen Episoden bei 1-11% Sättigung und höchstens 22% Helligkeit. Es bleibt abzuwarten, ob in der achten Staffel die warmen oder kalten Farben überwiegen.

 

Nachrichtenquelle: http://www.chip.de/news/Mehr-Feuer-als-Eis-Was-die-Farben-in-Game-of-Thrones-aussagen_122758312.html

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