“Jeremy ist dem Verfall nahe”

“Grand-Tour”-Moderator James May sieht sich und Jeremy Clarkson maximal noch fünf Jahre vor der Kamera stehen. Alle Infos zu “The Grand Tour”.

In spätestens fünf Jahren will James May Schluss machen mit “The Grand Tour”. Dann seien er und sein Moderator-Kollege Jeremy Clarkson zu alt, um noch vor der Kamera zu stehen, sagte May in einem Interview mit dem britischen Portal Radio Times. Dann wolle er nicht “seine Zeit und die der Zuseher verschwenden” und statt dessen lieber jüngere Leute ans Steuer lassen. Richard Hammond sei noch jung und würde gesundheitlich auf sich aufpassen, im Gegensatz zu May und Clarkson: “Jeremy ist schon dem Verfall nahe, genau wie ich. Binnen der nächsten fünf Jahre ist Schluss”, sagte May. Leidenschaftlichen Fans der drei Benzinköpfe dürfte die Nachricht nicht gefallen.

 

“Endlich Clarksons Kopf geschrumpft”
Auf seinem Twitter-Account hat James May darüber hinaus ein Foto von einer riesigen Clarkson-Büste gepostet, die aktuell auf einem Lkw die USA bereist. Garniert hat er den Tweet mit dem Kommentar, dass endlich “jemand Clarksons Kopf geschrumpft habe”. Mehr Infornationen gibt es nicht. Wahrscheinlich ist aber, dass die Büste “The Grand Tour” in verschiedenen Städten jenseits des Atlantiks bewerben soll. Glaubt man Gerüchten, sind zwei weitere von Richard Hammond und James May bereits in Arbeit.

 

Folge vier wird umweltfreundlich
Teil vier der neuen Serie von Clarkson, Hammond und Co greift nach eigenem Bekunden ein Thema auf, für das Jeremy Clarkson in den vergangenen Jahren vor allem Spott übrig hatte: die Umwelt. Dass dabei keine Spritsparfahrt mit dem Toyota Prius unternommen wird, dürfte jedem klar sein, der die drei Briten und ihre Art von Humor näher kennt.

 

Clarkson und Co beim Militär
Auch in der zweiten Folge von “The Grand Tour” ging es ordentlich zur Sache: Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May waren in Johannesburg (Südafrika) und Jordanien unterwegs. Der hochgewachsene Starmoderator Clarkson jagte im Aston Martin Vulcan über die hauseigene Rennstrecke, während May in Johannesburg lokale Autokultur erlebte. Die Hauptgeschichte dieser Folge drehte sich um ein Testgelände für militärische Spezialeinheiten in Jordanien. Im Stil des Kinofilms “Edge of Tomorrow” mussten die drei eine Geisel befreien und konnten dabei unendlich oft “sterben”, womit sie sich als schlechteste Spezialeinheit der Welt outeten. Etwas morbide, aber Geschmackssache.

 

Grand Tour lebt in GTA 5
Zuvor hatten sich Clarkson, Hammond und May mit einer grandiosen ersten Ausgabe von “The Grand Tour” zurückgemeldet. Und wenige Tage nach der ersten Sendung hat ein Fan die erste Szene auf Grand Theft Auto 5 nachempfunden. Hier die Wüstendurchfahrt in der GTA-5-Version des 15-jährigen “Jack Ultra Gamer”:

 

So war die erste Sendung
In der ersten Folge von “The Grand Tour” brillierten Clarkson, Hammond und May mit Charme, Witz und natürlich auch ungehobeltem Humor. Seit Freitag (18. November) läuft die mit viel Vorschusslorbeeren versehene Sendung mit dem deutschen Titel “Die heilige Dreifaltigkeit” bei Amazon Prime in Deutschland, Großbritannien, Japan und den USA.

 

Teuerste Szene abseits der Kinoleinwand
Schon das epochale Intro hatte es in sich: Ein deprimierter Clarkson steigt in London ins Taxi, fährt zum Flughafen, um nach Los Angeles zu jetten, wo ein blauer Ford Mustang im Parkhaus auf ihn wartet. Auf dem Highway durch eine kalifornische Steppe stoßen scheinbar überraschend Hammond im roten und May im weißen Mustang hinzu, Clarksons Laune bessert sich zusehends. Die drei Mustangs rollen sie über einen kalifornischen Salzsee, wo sie eine Mad-Max-ähnliche Flotte von mehr als 100 Autos überholen. Zu ihnen gehören Supercars und seltene Oldtimer, während eine Kunstflugstaffel mit Jets über ihre Köpfe jagt. Laut der britischen Sun hat allein diese Szene rund 2,8 Millionen Euro gekostet und wäre damit die teuerste je gedrehte Szene, die nicht für die große Kinoleinwand bestimmt war. Schließlich rollt das Mustang-Trio an der Spitze der Autoflotte auf eine Bühne zu, vor der ein 2000 Köpfe zählendes Publikum wartet und von wo eine Rockband “I can see clearly now” von Jimmy Cliff intoniert.
Seitenhiebe auf “Top Gear”
In der Sendung teilt das magische Auto-Trio mächtig aus, da bleiben einige Seitenhiebe gegenüber “Top Gear” nicht aus. Im Zentrum der Show steht das von Drehort zu Drehort wandernde Zelt, das “The Grand Tour” einen globalen Charakter verleiht. Protagonisten auf der Strecke sind Porsche 918 Spyder, McLaren P1 und Ferrari LaFerrari. Mehrere Geschichten gibt es in der ersten Folge nicht, ob sich das ändert, bleibt abzuwarten. Das Rahmenprogramm beinhaltet natürlich auch einen neuen Fahrer, “The American”, und eine neue Strecke namens “Ebola-Drome”. “The News” heißt “Conversation Street”, und Promi-Besuche laufen unter dem Titel “Celebrity Brain Crash”. Bereits in der ersten von geplanten 36 Folgen wurden drei prominente Gäste virtuell umgebracht. “The Grand Tour” sollte man gesehen haben. Gute Musik, spektakuläre Aufnahmen, erstklassige Fahrzeugwahl und bester britischer Humor machen die Show in unseren Augen zu einem Muss für Auto-Fans.

 

Über 28 Millionen Euro pro Jahr für die Moderatoren
Ein kleiner Auszug zu Kosten, Zeit- und Personalaufwand von “The Grand Tour” von dailymail.co.uk: Demnach betragen die Gesamtkosten für die 36 Episoden der drei Staffeln umgerechnet 185,4 Millionen Euro, also rund 5,2 Millionen Euro pro Folge – zehnmal so viel, wie eine “Top Gear”-Sendung kostet. Mit einem Jahressalär von 11,6 Millionen Euro sei Jeremy Clarkson Großbritanniens bestbezahlter TV-Star, bei der BBC habe er zuvor “nur” gut 1,7 Millionen Euro erhalten. Hammond und May würden von Amazon mit jeweils 8,35 Millionen Euro entlohnt, heißt es. Rund 32 Millionen Euro sei der Wert der Fahrzeuge, die in der sechsminütigen Einstiegssequenz der ersten Episode auftauchten, inklusive eines Bugatti Veyron (1,6 Mio.) und eines Rolls-Royce Phantom (870.000), so dailymail.co.uk.

Insgesamt wurden fast 6000 Stunden Filmmaterial für die ersten zwölf Folgen abgedreht, alle in hochauflösendem 4k-Format. Und schließlich ließen es sich die Macher knapp 42.000 Euro kosten, sicherzugehen, dass Clarkson und seine Kollegen am Abend ihr Steak bekommen. Hintergrund: Der Überlieferung nach hatte Clarkson eine handfeste Auseinandersetzung mit einem “Top Gear”-Producer seinen Job gekostet, nachdem dieser nicht ausreichend Sorge für eine warme Mahlzeit für Clarkson getragen hatte. Ob die neue Show ein Erfolg wird? Das Moderatoren-Trio Clarkson-Hammond-May geht entspannt an die Sache heran. Denn während “Top Gear” mit miesen Einschaltquoten, fiesen Kommentaren und Personalproblemen zu kämpfen hat, ist der Hype um “The Grand Tour” ungebrochen, und die Reaktionen auf die erste Sendung sind vielversprechend.


Neuer  Name spielt auf alte Show an
Der Name der neuen Sendung spielt nicht nur auf die Bezeichnung GT für Gran Turismo, Reisewagen, an, “die große Tour” soll vor allem widerspiegeln, dass die neue Sendung nicht mehr an einem festen Drehort entsteht. Dass die Abkürzung GT die Umkehrung von TG für “Top Gear ist”, dürfte außerdem nicht ganz unbeabsichtigt sein. Die Show ist allein im Internet abzurufen.

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