Die Highlights der CES – Update!

Die CES Las Vegas (5. bis 8. Januar 2017) ist längst nicht nur Treffpunkt für IT-Nerds oder Sammelbecken für zukunftsweisende Haushaltstechnik. Autohersteller und Zulieferer zeigen mit Konzepten und sogenannten “Sitzkisten”, was sie für die nächsten fünf Jahre planen. Nicht viel Fantasie ist nötig, sich das neueste Head-up-Display von Continental im nächsten BMW 3er 2018 vorzustellen. BMW selbst geht noch einen Schritt weiter und zeigt mit einem Hologramm den Nachfolger des iDrive. Zukunftsmusik? Nö, nicht bei BMW, bisher ging fast alles in Serie, was die Münchner in Las Vegas zeigten.

Die Technik-Messe CES in Las Vegas zeigt, da was kommt auf uns zu: Autonomes Fahren, Digitalisierung im Cockpit und die Vernetzung von Mensch und Maschine. Wir sind dafür und dagegen.

Pro Autonomes Fahren – Robin Hornig: Bei den zahlreichen Staus auf den Autobahnen bin ich doch froh, die Hände zukünftig vom Lenkrad lassen zu können. Die Zeit kann ich produktiver verbringen.

Kontra Autonomes Fahren – Peter Fischer: Also da gehe ich nicht mit. Ich fahre einfach gerne selber – und das völlig unabhängig vom Auto. Obwohl es bei einem BMW M4 natürlich nochmal extra Spaß macht, die Hände am Lenkrad und die Füße auf den Pedalen zu haben.

Kontra Cockpit-Digitalisierung – Peter Fischer: Bildschirmflut im Auto? In den meisten Fällen ist das doch alles nur überfrachtet und droht den Fahrer abzulenken. Tacho, Drehzahlmesser, Öl- und Wassertemperaturanzeige und ein – am liebsten geschüsseltes – Lenkrad.

Pro Cockpit-Digitalisierung – Robin Hornig: Das Cockpit wird mehr und mehr zum Smartphone, na und?! Wünscht sich irgendwer die Tasten auf dem Handy zurück? Nö! Mit Bildschirmen lässt sich doch viel mehr im Auto unterbringen und mit der Bedienung kommen heute sogar schon Kleinkinder klar.

Kontra Vernetzung Mensch-Maschine – Sebastian Varchmin: Beduftung im Auto hab ich schon erlebt, Ambientelicht auch. Dass mein Smartphone Vitaldaten erfasst, weiß ich, aber das jetzt auch noch sämtliche dieser Daten, wie etwa der Pulsschlag über das Lenkrad des …

… Maybachs in die Cloud exportiert werden könnten ist schon beängstigend, dann doch lieber eine knackige Krankenschwester, statt Dr. Maybach.

Pro Vernetzung Mensch-Maschine – Robin Hornig: Doktorspiele im Maybach sind doch völlig in Ordnung. Wenn ich überlege, wie selten ich für einen Check zum Arzt gehe und wie häufig ich im Auto sitze, dann bin ich über die Überwachung doch froh. Eine Vorsorgeuntersuchung an Bord – ich bin dafür!

Kontra Sensoren-Design – Peter Fischer: Überall wachsen diesem Ford kleine Ärmchen mit Lasertechnik und Kameras aus dem Blech. Wenn es nach mir ginge, sollte die ganze Sensorik schöner verpackt sein. Am besten so, dass man die Augen des Autos gar nicht sieht.

Pro Sensoren-Design – Robin Hornig: Ist doch egal, wie die Dinger aussehen. Wichtig ist, die haben mehr im Blick als ich und dafür verzeihe ich auch gerne ihr Design.

Kontra Künstliche Intelligenz – Sebastian Varchmin: Irgendwie muss auf dieser CES alles autonom und megaintelligent, im besten Fall noch künstlich sein. Wenn es sogar bei der NASA zum Einsatz kommt, muss es ja gut sein. Okay, in der neuesten Generation eines Nissan Leaf von mir aus, aber bitte niemals in einem GT-R.

Pro Künstliche Intelligenz – Robin Hornig: Seitdem mich mal ein Notbremsassistent vor einem Unfall bewahrt hat, vertraue ich dem Auto. Bei Flugzeugen funktionieren Autopiloten auch und der Mensch ist das größere Risiko.

Pro Connectivity – Robin Hornig und Peter Fischer: Bei allen Meinungsverschiedenheiten kommen wir beim Thema Connectivity doch auf einen gemeinsamen Nenner. Manche Smartphone-Anwendungen wie Navi-Apps passen doch sehr gut ins Auto und sind in der Regel günstiger und besser als die Systeme der Hersteller.

 

Auch VW bleibt bei den Tatsachen und zeigt, wie man künftig verschiedene VW-Modelle über ein Benutzerkonto konfigurieren kann. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie die Apple-ID, mit deren Hilfe die eigenen Anwendungen auf unterschiedlichen Geräten laufen. Das könnte besonders für die jüngste VW-Car-Sharing-Marke Moia interessant sein, die bis 2020 verschiedene Mobilitätskonzepte verwirklichen will. Mercedes verbindet Wohnung oder Haus über Google Assistent für Google Home mit dem Auto. VW und Ford gehen den gleichen Weg, entscheiden sich aber für den Partner Amazon mit dem Sprach-Service Alexa. Was die Autoersteller sowie die Zulieferer wie Continental, Bosch und ZF außerdem planen, sehen Sie in der Bildergalerie, die ständig aktualisiert wird.

 

Mercedes setzt auf der CES (5. bis 8. Januar 2017) die Unternehmensstrategie “CASE” fort. Hinter dem kryptischen Namen verbergen sich die vier Sektoren, auf die sich die Stuttgarter künftig konzentrieren: Connectivity, Autonomes Fahren, Carsharing/Services sowie elektrische Antriebe (engl. Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive – kurz “CASE”).

Unter dem Namen “Fit&Healthy” stellt Mercedes eine Maybach-S-Klasse vor, die Gesundheitsbewusstsein mit Mobilität verbinden soll. Sensoren im Lenkrad messen den Puls des Fahrers. Das Zusammenspiel von Massagesitzen, Ambientebeleuchtung, Beduftung und Soundsystem frischt die Insassen auf oder beruhigt sie. Diese Technik kommt im Facelift der S-Klasse noch 2017 zum Einsatz.

Dieser C 63 steht am Mercedes-Stand stellvertretend für eine neue Technologie, die lernfähig ist und Gewohnheiten des Fahrers ebenso berücksichtigt wie das Wetter, die Tageszeit und den Wochentag. Zielsetzung: Ein Auto, das durch den Lernprozess individuell auf den Fahrer eingehen kann, um ihm den Alltag zu erleichtern.

Um in kurzer Zeit autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen zu können, setzt Nissan auf eine Technologie namens “Seamless Autonomous Mobility” oder SAM. Der Begriff steht für “Nahtlose Autonome Mobilität”. Entwickelt auf Basis von NASA-Technologie, verknüpft SAM im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung. Die Technologie hat zum Ziel, dass in absehbarer Zeit Millionen autonome Autos problemlos gleichzeitig mit von Menschen gesteuerten Fahrzeugen unterwegs sein können. SAM ist Teil der Nissan Intelligent Integration.

Bereits 2021 will Ford sein massentaugliches autonomes Fahrzeug auf die Straße bringen. Auf der CES präsentiert Ford eine neue Version seines “Fusion Hybrid Autonomous Development Vehicle”. Der Wagen hat neue Hardware-Komponenten unter der Haube, noch effizientere Software und Sensoren, die nahe der Serienreife sind.

Fokus auf die Straße: Ford und Sygic präsentieren das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Die GPS Navigations-App von Sygic wird ab 2018 in allen Modellen des Herstellers Einzug halten und soll so das Handy im Auto besser anbinden. Durch die Verbindung der App mit dem Fahrzeug wird das Kartenmaterial vom Telefon automatisch auf den Sync3-Touchscreen im Auto übertragen. Darüber hinaus lässt sich die App dann per Sprachbefehl steuern. Die Sync-App ist in mehr als 200 Ländern und in 40 Sprachen verfügbar.

Fiat-Chrysler (FCA) zeigt eine Studie zum autonomen Fahren. Der Chrysler Portal soll das autonome Level 3 beherrschen, bei dem der Fahrer nur noch in ganz speziellen Situationen aufgefordert wird, das Lenkrad zu übernehmen. Stufe 3 wird beispielsweise auch für den BMW iNext (i5) für 2021 angestrebt. Viel eher dürfte auch aus dem Chrysler Portal keine Serienversion werden, da die Gesetzgebung Stufe 3 im öffentlichen Verkehr bisher nur für Versuchszwecke erlaubt.

Die Infos auf den Displays können durch Überlagerung in 3D angezeigt werden. Mit Eyetracking, also Blickverfolgung, kann der Portal erkennen, ob der Fahrer beispielsweise das Licht anschalten will, wenn er in diese Richtung blickt und diese Handlung ohne weiteren Input des Fahrers sofort ausführen. 3D und Eyetracking sind keine Zukunftsspielereien und werden auch im Volkswagenkonzern erprobt.

Bisher musste man Android Auto über sein Smartphone mit ins Auto bringen. Das will Fiat mit der nächsten Generation seines Betriebssystems Uconnect ändern. Da soll bereits die aktuelle Version Android Nougat fest installiert sein. Über das System lassen sich dann nicht nur Google Maps und andere kompatible Apps nutzen, sondern auch Fahrzeugfunktionen wie das Radio und die Klimaanlage bedienen. Wie das Ganze aussehen soll, zeigt FCA auf der CES auf einem 8,4-Zoll-Display.

Toyota erweckt das Auto zum Leben – zum Teil jedenfalls. Mit dem “Concept-i” präsentieren die Japaner eine Studie, die sich mit künstlicher Intelligenz, bei Toyota “Yui” genannt, voll auf den Fahrer konzentriert. “Yui” soll intuitiv auf die Bedürfnisse des Fahrers eingehen und …

… sogar eine gewisse Beziehung mit dem Auto aufbauen. Den Verantwortlichen geht es vor allem darum, dass sich die Passagiere wohlfühlen. Im “Concept-i” ist es dem Fahrer überlassen, ob er selbst das Steuer übernimmt oder der Wagen vollständig autonom fährt. Der Wagen übermittelt den Insassen die gewünschten Informationen im gesamten Fahrzeug – zentrale Bildschirme auf dem Armaturenbrett sind nicht mehr nötig.

Ein futuristisches Head-up-Display soll dem Fahrer alle Informationen liefern, sodass er die Augen nicht mehr von der Straße abwenden muss, wenn er selber fährt. Neben der Interaktion mit seinen Passagieren kann das Concept-i auch mit der Außenwelt kommunizieren. “Yui” begrüßt seine Passagiere schon vor dem Einsteigen und kann folgenden Fahrzeugen potenzielle Gefahren über das Heck mitteilen.

Faraday Future hat im Vorfeld der CES sein Elektro-SUV FF91 vorgestellt. Das erste Serienmodell des chinesischen Autobauers, der Tesla Konkurrenz machen will, soll die Leistung eines Sportwagens mit Luxus und zukunftsweisender Konnektivität vereinen. Marktstart soll 2018 sein, Reservierungen gegen Anzahlung sind aus den USA, Kanada und China ab sofort möglich.

Angetrieben von einem 1065 PS starken E-Motor-System (wahlweise Heck- oder Allradantrieb), wird der 5,25 Meter lange, in Monocoque-Bauweise gefertigte Stromer laut Hersteller in 2,39 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt – schneller als ein Ferrari. Und vor allem: schneller als ein Tesla Model S oder X. Insgesamt 36 Sensoren und Kameras sollen autonomes Fahren ermöglichen, ein modernes Infotainmentsystem biete beste Konnektivität. Preise nannte Faraday Future noch nicht.

BMW gewährt einen Ausblick auf das Bedienkonzept der Zukunft: Das BMW HoloActive Touch projiziert einen virtuellen Touchscreen frei schwebend in den Innenraum des Autos und …

… quittiert die erteilten Befehle mit einer haptisch wahrnehmbaren Rückmeldung. Das Hologramm könnte Bestandteil des Cockpits im für 2021 angestrebten iNext, einem möglichen i5, sein.

In einem autonom fahrenden BMW 5er zeigt BMW zudem Funktionen, die in der Zeit, in der das Auto alleine fährt, ausgeführt werden können. Dazu gehört auch der Service En-Route-Delivery in Zusammenarbeit mit Amazon Prime Now: Dabei sind …

… Amazon Prime Now, BMWs Open Mobility Cloud und das Navigationssystem miteinander verknüpft, sodass auf Basis der aktuellen Route bei der Bestellung aus dem Auto heraus der optimale Abholpunkt für die Amazon-Bestellung berechnet und ins Navi übernommen wird.

Hyundai zeigt seine autonom fahrende Studie “Ioniq autonomous concept”. Zwei Fahrzeuge fahren rund um das Messegelände im Straßenverkehr. Damit will Hyundai beweisen, dass ihre autonom fahrenden Autos auch mit komplexen Situationen umgehen können. Dabei geht es zum Beispiel um hohes Fußgängeraufkommen, Baustellen und Absperrungen oder nur zeitweise geltende Verkehrsbestimmungen. Kernstück ist ein Laser-LIDAR-System, das den Bereich vor und auch neben dem Fahrzeug überwacht. Drei Stereokameras kontrollieren die Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen und Ampelsignale.

Renault zeigt auf der CES 2017 das Leichtbau-E-Auto POM (Platform Open Mind) auf Basis des E-Autos Twizy. Dabei können sich Kunden für das Chassis mit Elektroantrieb einen individuellen Aufbau nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen anfertigen lassen. Die Software für den Wagen basiert auf dem  …

… aus der IT-Entwicklung bekannten Open-Source-Prinzip. Zudem kann die Software des POM mit den Partnern OSVehicle und ARM um neue Anwendungen erweitert werden, wie z.B. Fahrerassistenzfunktionen, Infotainment-Anwendungen oder die Vernetzung mit weiteren Fahrzeugen.

VW gibt auf der CES (5. bis 8. Januar2017) in Las Vegas einen Ausblick auf die nächste Generation des Modularen Infotainment-Baukaustens (MIB). Im sogenannten Interactive Experience verschmelzen Funktionen des neuesten Infotainmentsystems aus dem Golf 7 Facelift mit einigen Anwendungen aus dem System der Studie Budd-e. Die dritte Generation des MIB könnte schon recht zeitnah in Serie gehen. AUTO BILD wäre nicht überrascht, wenn der neue Touareg bei seiner Premiere im September 2017 das neue System an Bord hat.

Außerdem zeigt VW, wie man künftig verschiedene VW-Modelle über ein Benutzerkonto konfigurieren kann. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie beispielsweise die Apple-ID, mit der sich auf unterschiedlichen Geräten die eigenen Anwendungen zum Laufen bringen lassen. Das könnte besonders für die jüngste VW-Marke Moia interessant sein, da sie das Thema Car-Sharing auf dem Zettel hat und bis 2020 verschiedene Mobilitätskonzepte verwirklichen will.

Mit Amazon Alexa verbindet VW Wohnung oder Haus mit dem Auto. Von daheim kann beispielsweise die Temperatur im Auto eingestellt werden und umgekehrt lässt sich aus dem Wagen die Heizung zu Hause regulieren.

Die Idee hatte aber nicht nicht nur VW, sondern auch Ford, die Alexa im Sync3 integrieren. Alexa könnten bald alle Partner von …

…. Inrix bekommen. Die bieten den cloud-basierten digitalen Assistenten in ihren mit OpenCar ausgestatteten Fahrzeugen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2017 an. Über die Echo-Dot-Geräte sollen unter anderem Infos zu Verkehr und Parkplätzen geliefert werden. Informationen zu Fahrtrouten oder Straßenbedingungen können auch von zu Hause ins Auto und umgekehrt gesendet werden. Inrix kooperiert nicht nur mit VW, sondern auch mit BMW, Audi, Porsche und Volvo.

Ähnlich wie Amazon Alexa funktioniert auch Google Assistant für Google Home, den neben Mercedes auch Hyundai USA jetzt in seine Auto holt. Als Vermittler zwischen Google und dem Auto dient Blue Link. Dem Assistenten kann man beispielsweise …

… in der Wohnung mitteilen: “Ok Google, sage Blue Link, er soll meinen Santa Fe starten und die Temperatur auf 23 Grad stellen.” Google und auch noch Blue Link anzusprechen erscheint allerdings umständlich. Ob Hyundai Deutschland das System übernimmt, bleibt noch offen.

Tom Tom hat mit RoadDNA eine sehr genaue Karte am Start, die für das autonome Fahren benötigt wird, weil man dafür jeden Zentimeter kennen muss. Kooperationen rund um das Thema Autonomes Fahren hat TomTom bereits u.a. mit Volkswagen, der PSA Gruppe, Bosch und NVIDIA geschlossen.

Der andere große Kartenhersteller für das autonome Fahren ist Here. Mit an Bord: Mercedes, BMW und Audi.

Head-up-Displays werden immer beliebter. So arbeitet Continental, die auch Audi und BMW beliefern, mit DigiLens zusammen an “Augmented Reality Head-up-Displays”. Durch die Kooperation soll der Fahrer alle relevanten Verkehrsinformationen direkt vor Augen haben, um so der Vision vom unfallfreien Fahren noch ein Stück näher zu kommen. Wo wir das Head-up-Display erstmals sehen werden? Vermutlich im nächsten BMW 3er oder 7er Facelift, die beide 2018 kommen.

Außerdem präsentiert Continental das Zugangskontroll- und Startsystem PASE (Passive Start and Entry). Das schlüssellose System soll neue Möglichkeiten im Bereich der Personalisierung ermöglichen. Darüber hinaus will Continental damit aber auch die Sicherheit deutlich erhöhen, denn ohne einen überprüften Fingerabdruck startet der Wagen nicht. Dazu erkennt eine Innenraumkamera den Fahrer und …

… stellt für ihn Sitz, Rückspiegel, Klimaanlage sowie die gewünschte Musik ein bzw. an. Mit intelligentem Glas, das sich auf Knopfdruck gezielt verdunkelt oder aufhellt, sobald der Fahrer ans Auto tritt, will man den Insassen mehr Komfort und Sicherheit bieten.

Continental und Inmarsat wollen auch die Fahrzeugvernetzung auf ein neues Level heben. Bislang half oft nur der Weg in die Werkstatt, wenn die hochkomplexe Technik ein Update benötigte. Das wollen die zwei Technologie-Konzerne ändern. Updates der gesamten Fahrzeugelektronik sollen dann vom Antriebsstrang bis zum Infotainment-System über Satelliten auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Volvo wird als erster Hersteller Microsofts App “Skype for Business” in den S90, V90 und den XC90 integrieren. Auch der intelligente Sprach-Assistent Cortana wird Einzug in die 90er-Modelle von Volvo erhalten. So will der schwedische Hersteller seinen Kunden den Alltag und die Kommunikation im Auto erleichtern, um die Autonomie weiter auszubauen.

Eigentlich ist FCA auch mit Google (Alphabet) unter dem Namen Waymo an der Entwicklung eines autnomen Fahrzeugs beteiligt. Auf Basis des Mini-Vans Chrysler Pacifica (Bild) gibt es bereits erste Prototypen. Der kleinere Portal unter der Federführung von FCA kann als Gegengewicht zum Waymo-Projekt betrachtet werden, damit man sich nicht zu stark von Google abhängig macht. Verständlich, da Waymo offenbar auch zweigleisig fährt und angeblich weitere Partner wie Honda im Gespräch sind.

Magna International und Innoviz Technologies kooperieren im Bereich autonomer Fahrfunktionen. Die LiDAR-Sensor-Technologie soll eine dreidimensionale Vermessung ermöglichen und so ein höchst präzises Abbild der Fahrzeugumgebung erzeugen. Magna wird die LiDAR-Technologie in seine Fahrassistenzsysteme integrieren, um vollständig autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. LiDAR ist quasi das Auge jedes autonomen Fahrzeugs.

Der Konzern arbeitet unter anderem mit Daimler, Renault, GM, Peugeot und Citroën. Neben der LiDAR-Technologie können Besucher auch die AR-Brille HoloLens von Microsoft testen und im ADAS-Simulator Alltagsszenarien für autonomes Fahren hautnah erleben. Kameras, Sensoren, Radarsysteme, Sitzsensoren sowie aktive aerodynamische Technologie und neue Antriebssysteme geben einen Ausblick auf die Technik der Zukunft.

Zulieferer ZF, der auch mit GM eng zusammenarbeitet, will die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern und Moped-Fahrern mit dem intelligenten Algorithmus X2Safe deutlich erhöhen. Durch die permanente, Cloud-basierte Kommunikation von Smartphone, Smartwatch und dem Auto soll die Technik einen möglichen Unfall bereits voraussagen. Würde ein Fußgänger eine rote Ampel überqueren, erhält sowohl das nächste Auto als auch der Fußgänger einen Hinweis, dass sich ein Auto in der Nähe befindet. Neben X2Safe arbeitet ZF …

… auch an einer Studie mit Rinspeed. “Oasis” ist ein zweisitziger autonomer Stadtflitzer mit verkleideten Vorderrädern, der sich fast auf der Stelle drehen kann. Innen herrscht Wohnzimmeratmosphäre. Das Schweizer Concept ist zudem auf eine Sharing-Community angelegt und kann sowohl als Alltagsauto als auch als Paketdienst- bzw. Zustellfahrzeug oder als Pizzataxi dienen. Unterhalb der Windschutzscheibe befindet sich eine kleine Grünfläche – Gartenarbeit soll schließlich entspannend wirken.

ZF und Nvidia präsentieren die Künstliche-Intelligenz-Steuerung “ZF ProAI” für autonome Fahrzeuge, Lkw sowie Industrieanwendungen. Durch die Supercomputing-Plattform “NVIDIA DRIVE PX 2 AI” sollen die Fahrzeuge ihre Umgebung “verstehen”, indem sie die Daten von Deep-Learning-Technologie, Sensoren und Kameras verarbeiten und interpretieren. Außerdem entwickeln die beiden Unternehmen weitere Lösungen für das hoch- und vollautomatisierte Fahren. Einen ersten Versuch startet Nvidia …

… unter anderem mit Audi. Ein “Audi Q7 deep learning concept” absolviert auf einem speziell angelegten Kurs verschiedene Aufgaben. Der Wagen ist mit einer zwei Megapixel großen Frontkamera ausgestattet, die mit der “NVIDIA Drive PX 2 AI” kommuniziert und den Wagen steuert. Zu Beginn hat der “Q7 deep learning concept” bei mehreren Fahrten …

… mit einem menschlichen Fahrer am Steuer den Kurs mithilfe zusätzlicher Trainingskameras durch Beobachtung kennengelernt. Dadurch wird ein Zusammenhang zwischen Reaktionen des Fahrers und von den Kameras erkannten Ereignissen hergestellt. So versteht das Auto während der späteren Demonstrationsfahrten Anweisungen wie ein temporäres Verkehrssignal, kann sie direkt interpretieren und situativ handeln.

VW entwickelt mit Nvidia das Cockpit der Zukunft. Funktionieren soll es mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und nicht nur mit reiner computerbasierter Berechung, wie es im aktuellen Golf 7 (Foto) der Fall ist. Dazu verwenden die Wolfsburger die “DRIVE AI Car Computing Plattform”, die “NVIDIA Driveworks Software” sowie den “NVIDIA DGX-1 AI Super Computer”. Das KI-Cockpit setzt auf massive Reduktion von Hardware-Bedienelementen und Nutzerinteraktionen. Es basiert auf einem selbstlernenden, intelligenten digitalen Assistenten, der die Bedürfnisse des Nutzers vorausahnt.

Mit “Dashboard” von Openmatics möchte ZF das Flottenmanagement noch weiter optimieren. Besonders Car-Sharing-Dienste, Autovermietungen oder Werkstätten sollen von der App profitieren. Ermöglicht wird die grafische Darstellung einer kompletten Flotte auf einer digitalen Landkarte. Neben gefahrenen Kilometern, Fahrzeug-Daten und dem eigenen Standort sendet die App auch Informationen über Fehlermeldungen, die auf künftige Service- und Ausfallzeiten hinweisen könnten. E-Autos werden beispielsweise zur nächstgelegenen E-Tankstelle geführt.

Ähnlich der X2Safe-Technologie von ZF stellen auch Microsoft und IAV ein Fahrzeug vor, das sich mithilfe der Microsoft Azure Cloud und Windows 10 automatisch vernetzt. So sollen durch den Datenaustausch bereits im Vorfeld Auto- und Fußgängerunfälle vermieden werden.

Das “Bosch Car” hat statt eines konventionellen Lenkrads ein Steuerrad an Bord, das aussieht, als stamme es aus einem Flugzeug. Fährt der Fahrer auf die Autobahn, ertönt ein akustischer Hinweis, dass er die Steuerarbeit an das Auto übergeben und sich zurücklehnen kann. Dann klappt er das Lenkrad zusammen. Gleichzeitig fahren die Sitze nach hinten und ergeben eine gemütliche Couch.

Die Bedienung des Autos erledigen die Insassen über eine Reihe von Displays: Fahrer und Beifahrer steht jeweils ein Bildschirm zur Verfügung. Der Fahrer greift auf Unterhaltungs-, Navi- oder Kommunikationsfunktionen per Eyetracking zu, er steuert sie also mit den Augen. Bestimmte, im Bereich der Mittelkonsole getätigte Gesten steuern die Musikwiedergabe. Andere Gesten übertragen Aufgaben an den Beifahrer, das kann zum Beispiel die Auswahl einer Naviroute sein.

Mobileye und Delphi Automotive, die unter anderem mit Audi und BMW kooperieren, präsentieren auf der CES ebenfalls eine neue Technik für vollständig autonomes Fahren. Beide Firmen kombinieren ihre bestehende Technik aus verscheidenen Sensoren und Software. Sowohl eine Vorführung im Stadtverkehr sowie auf der Autobahn sind auf der CES zu sehen. 2019 soll die Technik in Serie gehen.

Der “NeuV” gibt einen Ausblick auf den ersten autonomen Honda. Details zu der Technik haben die Japaner allerdings noch nicht verraten. Wahrscheinlich wird es aber noch dieses Jahr mehr zur Zukunft des autonomen Fahrens bei Honda geben.

Nach der Kooperation mit Volkswagen, der PSA Gruppe, Bosch und Nvidia hat TomTom einen neuen Partner. Der Elektrofahrzeughersteller Lucid wird TomTom als Zulieferer des Infotainmentsystems in seinem ersten Modell beauftragen, …

… dem Lucid Air. Der Wagen wird voraussichtlich ab 2019 in den USA erhältlich sein. Laut TomTom nutzen 82 Prozent der Aussteller in der Automotive Hall der CES TomTom HD Maps für die Entwicklung zukünftiger Lösungen für das autonome Fahren.

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