Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

Herdenschutz ohne Bejagung des Wolfes lässt die Kosten für wolfssichere Zäune ins uferlose wachsen. Die Vorstellung, Brandenburgs Weidetiere komplett wolfssicher einzuzäunen, würde die Wildtierlebensräume zerschneiden. „Wo der Wolf nicht reinkommt, können auch Rehe, Hirsche und Wildschweine nicht wechseln. In der Konsequenz würde das fehlenden Genaustausch und nicht zuletzt Erbkrankheiten bedeuten. Das ist mit uns nicht zu machen.“, erklärt LJVB-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff. „Wir Jäger haben einen gesetzlichen Auftrag – die Erhaltung gesunder, artenreicher und der Landeskultur angepasster Wildbestände. Vereinbarungen gegen diesen Grundsatz wird der LJVB nicht mittragen.“, so der Präsident.

„Auch das Problem der Hybridisierung muss ernstgenommen werden.“, sagt Matthias Schannwell. „Dringt der Wolf in von Menschen dicht besiedelte Regionen vor, steigt die Wahrscheinlichkeit der Paarung von Wölfen mit Hunden, nachweislich geschehen 2003 in der Lausitz. Gibt es eine Dunkelziffer und wie hoch ist sie?“

Der Anteil an Hundegenen bei Hybriden führt gegebenenfalls zu Verhaltensauffälligkeiten – Aggressivität, Verlust der Scheu vor dem Menschen. Der LJVB verlangt deshalb DNA-Analysen der heimischen Wolfsbestände. Die Referenz-DNA muss aus einer Population ohne Kontakt zu Haushunden gewonnen werden, um Hybridisierung sicher ausschließen zu können. Der Artenschutz bedarf Bemühungen um den „wilden Wolf“. Für Hybriden dürfen keine Schutzbestimmungen gelten. Sie sind unverzüglich zu entnehmen.

LJVB-Geschäftsführer Matthias Schannwell dazu: „Der Wolf darf nicht länger das goldene Kalb sein, um das alle herumzutanzen haben. Angesichts der dynamischen Bestandsentwicklung, die niemand erwartet hat, darf die Regulierung nicht länger als Sakrileg abgetan werden. Derzeit besteht vielerorts der Eindruck, der Wolf würde vor dem Menschen rangieren. Das wäre fatal – letztendlich auch für den Wolf.“

 

Nachrichtenquelle: http://www.ljv-brandenburg.de/der-wolf-darf-nicht-das-goldene-kalb-sein/

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