Das ist der Unterschied zwischen den gefährlichen Waffen

Trotz aller Sanktionen hat Nordkorea seinen bisher größten Atomwaffentest unternommen. Staatsmedien sprechen vom “erfolgreichen” Test einer Wasserstoffbombe. Diese ist weit stärker als herkömmliche Atomsprengsätze.

Unmittelbar vor dem Test hatte Kim Jong Un bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut vorgegeben, jetzt auch eine Wasserstoffbombe zu besitzen. Das folgende Beben lässt sich als Hinweis darauf werten, dass die Behauptungen des Diktators stimmen.

Die jüngste Explosion sei fünf bis sechs Mal stärker gewesen als beim vorangegangenen Atomwaffentest im September 2016, sagte der Direktor der für Erdbebenmessungen zuständigen Meteorologischen Behörde, Lee Mi Sun.

Beben war bis nach Russland spürbar

Erdbebenwarten registrieren Erschütterungen der Stärke 6,3 in der Provinz Nord-Hamgyong im Nordosten, wo auch frühere Nuklearversuche unternommen worden waren. Das Beben war weithin spürbar. In der 650.000 Einwohner zählenden chinesischen Grenzstadt Yanji wackelten die Häuser.

Das chinesische Erdbebenamt berichtete wenig später ein zweites Erdbeben der Stärke 4,6 in Nordkorea, bei dem offenbar Hohlräume in der Erde zusammengebrochen waren. Auch in der russischen Großstadt Wladiwostok nahe der nordkoreanischen Grenze sei das erste Beben zu spüren gewesen, hieß es.

Die unglaubliche Kraft der Explosion deutet auf eine Wasserstoffbombe hin. Doch was ist das eigentlich? Die wichtigsten Fakten zu Atombomben und Wasserstoffbomben im Überblick:

Nuklearwaffen spalten Atomkerne

Atombombe: Als ihr wichtigster “Vater” gilt der Amerikaner Robert Oppenheimer. Die ersten Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki beendeten den Zweiten Weltkrieg in Asien. Atomwaffen werden mit radioaktivem Plutonium oder Uran hergestellt. Ihre Zerstörungskraft erhält sie aus der Energie, die bei der Spaltung der Atomkerne freigesetzt wird.

Dazu muss das spaltbare Material bei der Zündung mit konventionellem Sprengstoff so zusammengepresst werden, dass eine Kettenreaktion ausgelöst wird. Die Zerstörung erfolgt über Hitze, Druck und radioaktive Strahlung. In kurzer Zeit können Hunderttausende getötet und ganze Landstriche verwüstet werden. Die radioaktive Strahlung verursacht gesundheitliche Langzeitschäden.

H-Bombe nutzt Atomsprengkopf zur Zündung

Wasserstoffbombe: Die erste Wasserstoffbombe, auch H-Bombe genannt, wurde unter Leitung von Edward Teller in den USA entwickelt und 1952 auf einem Atoll im Pazifik gezündet. Ihre Sprengkraft war rund 800 Mal so groß wie die der ersten Atombombe. Die Wasserstoffbombe setzt Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen frei. Bei dieser Fusion verschmelzen unter anderem die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium zu Helium. Zur Zündung des Gemisches sind mehr als 100 Millionen Grad erforderlich.

Deshalb enthält eine H-Bombe als Zünder eine Atombombe. Wegen ihrer übergroßen Vernichtungskraft und der unkontrollierbar freigesetzten Strahlung gilt die Wasserstoffbombe bei vielen Militärexperten als kaum noch einsetzbar.
Wasserstoffbombe soll auf Interkontinentalrakete passen

Das nordkoreanische Regime scheint nun eine solche Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Die Behauptung Nordkoreas ist beängstigend: Der Sprengkörper soll sich auf eine Interkontinentalrakete montieren lassen.

Eine solche Rakete hatte Pjöngjang nur Tage zuvor getestet und über Japan hinweg in den Pazifik geschossen. Nach eigenen Angaben hat der Flugkörper eine Reichweite von knapp 8000 Kilometern. Damit wären auch Ziele im Herzen der USA, etwa die Millionenmetropole Chicago, zu erreichen.

Experten bezweifeln zwar, dass Nordkorea in naher Zukunft in der Lage sein wird, eine Wasserstoffbombe mit einer Interkontinentalrakete zusammenzubringen. Eines zeigt der jüngste Atomwaffentest aber deutlich: Diktator Kim Jong Un macht Fortschritte mit seinem Nuklearprogramm.

 

Nachrichtenquelle: http://www.focus.de/wissen/technik/wasserstoffbombe-so-funktioniert-die-waffe_id_7546710.html

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