Chinas Raumstation stürzt unkontrolliert auf die Erde ab

Das Raumlabor »Tiangong 1« der chinesischen Raumfahrtbehörde wird seinen Orbit verlassen und zu einem noch nicht vorhersehbaren Zeitpunkt irgendwann in den nächsten drei Monaten an einer ebenfalls noch unbekannten Stelle auf der Erde aufschlagen.
Tiangong 1 (was übersetzt so viel wie »Himmelspalast« heißt) wurde bereits 2011 in eine Erdumlaufbahn gebracht und war Teil der Bemühungen Chinas, sich als eines der wichtigsten Akteure in der Raumfahrtindustrie zu behaupten und ein bemanntes Orbitallabor für die wissenschaftliche Forschung zu entwickeln. Doch nach Monaten der Spekulationen über das seltsame beobachtete Flugverhalten von Tiangong 1 gab Chinas Raumfahrtbehörde CNSA vergangenes Jahr schließlich zu, dass sie die Kontrolle über die Station verloren habe und dass sie auf die Erde stürzen werde, was große Befürchtungen über das Risiko schwerer Schäden durch Trümmerteile auslöste.
Vergangenes Jahr stellte sich heraus, dass sich die Station mit immer größer werdender Geschwindigkeit der Erdoberfläche nähert und dass sie spätestens zwischen Januar und März 2018 auf die Erde stürzen wird. Laut den ESA-Experten sei es aber zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich, genau vorherzusagen, wann genau und über welchem Gebiet sie in die Erdatmosphäre eintreten wird. Zwar wird der Großteil der Raumsonde wahrscheinlich in der Atmosphäre verglühen, doch rechnet man damit, dass einige bis zu 100 Kilogramm schwere Trümmerteile dennoch die Erde treffen werden. Allerdings schätzt man die Chancen, dass sie auf ein besiedeltes Gebiet treffen, als extrem gering ein und es ist viel wahrscheinlicher, dass sie in den Ozean stürzen. Eine Garantie, dass es tatsächlich keine Schäden verursachen wird, gibt es jedoch nicht.
„Selbst ein paar Tage vor dem Wiedereintritt werden wir es wahrscheinlich nicht besser als auf sechs oder sieben Stunden – plus oder minus – vorhersagen können, wann es herunterkommen wird”, sagte der Harvard-Astrophysiker Jonathan McDowell einst in einem Interview mit dem Guardian. „Nicht zu wissen, wann es runterkommt, bedeutet auch, nicht zu wissen, wo es runterkommt.”
Eigentlich wollte China – ähnlich wie es die russische Weltraumbehörde Roskosmos bereits 2001 mit ihrer Raumstation »Mir« gemacht hatte – Tiangong 1 kontrolliert über dem Meer zum Absturz zu bringen, doch da sie die Station nicht mehr steuern können, mussten sie diesen Plan wieder fallen lassen.
Übrigens, Tiangong 1 ist seit dem 23. Juni 2013 unbemannt unterwegs, sodass zu keiner Zeit Gefahr für Astronauten bestand.
© Fernando Calvo*, Foto: CNSA

Nachrichtenquelle: https://terra-mystica.jimdo.com/astronomie-raumfahrt/chinas-raumstation-st%C3%BCrzt-unkontrolliert-auf-die-erde-ab/

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