Besessen von Mord-Fantasien – wieviel Triebtäter steckte in Adolf Hitler?

Es gibt ganze Bibliotheken über Adolf Hitler und den Nationalsozialismus, aber die letzte Antwort auf die Frage „Wie konnte das passieren?“ ist bis heute nicht gefunden. Der Bestseller-Autor Volker Elis Pilgrim meldet sich jetzt mit einer provozierenden These zu Wort: Der Diktator habe einen perversen Lustgewinn daraus gezogen, dass in seinem Namen gemordet wurde.

Über Hitlers Sex-Leben wurde schon spekuliert, als er noch als „Führer“ Leid, Elend und millionenfachen Tod über die Welt brachte. Schon 1943 stellte ein US-amerikanischer Geheimdienst Spekulationen darüber an. Das Interesse hielt auch nach dem Untergang des Dritten Reichs an: Seit Jahrzehnten durchforsten Historiker und Journalisten alle greifbaren Quellen nach Hinweisen dazu.

Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt. Erstens: Hatte Adolf Hitler überhaupt sexuellen Verkehr? Und zweitens: Falls die Antwort ja lautet – hatte er ungewöhnliche Vorlieben, wie oftmals gemutmaßt wird? Über beides gibt es bislang keine befriedigende Antwort. Und dabei wird es vermutlich auch bleiben.
Hitler – ein Serienkiller, der nicht selbst mordete

Bleibt die Frage, wie relevant das Wissen über Hitlers Sexleben eigentlich ist. Die stellt sich allerdings automatisch nicht mehr, wenn man der These des deutschen Autors Volker Elis Pilgrim folgt. Der 75 Jahre alte Autor gilt als Pionier der „Männerforschung“. In seinem neuen Buch stellt er die These auf, dass Adolf Hitler zum Massenmörder wurde, weil ihn das qualvolle Sterben von Männern sexuell erregt habe. Wobei er nicht selbst zur Waffe greifen musste.

Es reicht ihm offenbar, dass in seinem Namen getötet wurde. Somit wäre Hitler also kein gewöhnlicher Serienkiller gewesen, wie beispielsweise Fritz Haarmann, der in den zwanziger Jahren in Hannover zahlreiche Jugendliche und junge Männer missbrauchte, umbrachte und die Leichen zerstückelte. Aber die Folgen von Hitlers sexuellem Trieb wären ungleich schlimmer gewesen: Millionen Tote, die Vernichtung der europäischen Juden, eine Welt im Elend.
Die zwei Seiten Adolf Hitlers

Pilgrim hat ein voluminöses Werk mit 900 Seiten geschrieben und es „Hitler 1 und 2. Das sexuelle Niemandsland“ genannt. Und dieses Buch ist erst der Auftakt, drei weitere sollen folgen. Mit dem Titel deutet der Autor schon an, dass es für ihn zwei verschiedene Hitler gibt: Hitler 1 bis zum 30. Lebensjahr und Hitler 2 danach.

Der erste war ein unauffälliger und scheinbar asexueller Mann, der zweite besessen von seinen Mord-Fantasien, die ihn in die sexuelle Erregung trieben. Angst vor großen Namen hat der Autor nicht – er wischt die Erkenntnisse der internationalen Hitler-Koryphäen oftmals einfach beiseite.

Erweckungserlebnis im Lazarett

Wann aber wurde aus Hitler 1 denn Hitler 2? Für Pilgrim keine Frage: Es war der Aufenthalt im Lazarett in Pasewalk am Ende des Ersten Weltkrieges. Die gängige These der Historiker, die sich auf Hitler selbst stützt, lautet, dass der spätere Führer mit einer Augenverletzung eingeliefert wurde, die er sich bei einem feindlichen Gasangriff an der Front zugezogen habe.

Pilgrim dagegen ist sich sicher, dass Hitler in Wahrheit an einer Art psychischer Erkrankung infolge des Kriegseinsatzes gelitten habe. Belastbare Belege hat er dafür nicht, er kann nur darauf verweisen, dass über den Lazarett-Aufenthalt des Gefreiten Adolf Hitler nur sehr wenig bekannt ist.
Mutmaßungen über Hitlers Triebe

Der Autor jedenfalls geht davon aus, dass der Aufenthalt in Pasewalk den abrupten Übergang von Hitler 1 zu Hitler 2 bedeutete – also zu dem Mann, der die Massen faszinierte und hinter sich scharrte, bis sie ihn in einen gnadenlosen und brutalen Krieg folgten. Belege? Fehlanzeige.

Festzustellen ist, dass Pilgrim sich in der Literatur gut auskennt und geradezu beeindruckend viele Stellen gefunden hat, aus denen er Rückschlüsse auf die Bedeutung von Hitlers Perversionen für das Massensterben ziehen zu können glaubt.

Nur wirken die Ergebnisse nicht selten eher an den Haaren herbeigezogen. So geht er beispielsweise davon aus, Hitler und seine Geliebte Eva Braun hätten Oralverkehr gehabt, weil Braun in einer bestimmten Lage auf einem Sofa gelegen habe, als Hitler möglicherweise mit ihr Sex hatte.

Wenn über hunderte Seiten über den Führer-Sex spekuliert wird, kann das für den Leser auf Dauer ganz schön ermüdend werden. Pilgrim versucht dem durch eine in Teilen sehr lockere Sprache entgegenzuwirken. An der Stelle, an der es um die Frage geht, ob Hitler eigentlich auf Geschlechtsverkehr gestanden habe, lautet seine Antwort: „Der Führer war kein Ficker“.

Im Mittelpunkt aber steht ja die Behauptung, Hitler habe sich an dem Wissen, dass Soldaten umkommen, erregt. Eine Art von serieller Mordlust also, ohne selbst morden zu müssen.
Leinwandstar als Quelle

Pilgrim hat sogar eine Quelle für diese These ausgegraben, die bislang von den Historikern kaum oder auch gar nicht beachtet wurde: die Memoiren der Schauspielerin Marianne Hoppe. Sie gehörte im Dritten Reich zu den bekanntesten deutschen Leinwandstars und wurde folglich auch von Hitler und seinem Propagandaminister Joseph Goebbels eingeladen.

Die 2002 verstorbene Hoppe berichtete viele Jahre nach dem Krieg von einer Begebenheit aus der Mitte der dreißiger Jahre. Damals wurde sie mit anderen Schauspielerinnen von Hitler zu einem Filmabend in die Reichskanzlei eingeladen. Gezeigt wurde an diesem Abend der Film „Der Rebell“ von Luis Trenker. In dem Streifen geht es um die Volkserhebung in Tirol gegen Napoleon im Jahre 1809. Hitler hatte den Film nachweislich schon mehrere Male zuvor gesehen, aber das Werk gefiel ihm, er konnte sich ganz offensichtlich daran nicht satt sehen.
„Er kriegte so eine Art von Orgasmus“

Hoppe, die damals Mitte 20 war, machte, während sie im Dunklen in der Nähe Hitlers saß, eine Beobachtung, die sie erschreckte und anwiderte: „Da war eine Szene, da musste die französische Armee durch einen schmalen Engpass, und die Tiroler hatten oben Bretter festgemacht mit Steinen drauf. Als die Franzosen kamen, da machten sie die Stricke los, und dann fielen die ganzen Steine auf die Franzosen herab. Und da glaube ich, kriegte Hitler eine Art Erregung und hat so die Knie gerieben bei diesem Ereignis, wie die Steine da runterrollten auf die Franzosen drauf, und hat gestöhnt. Ich weiß nicht, ob er verrückt war, aber da kriegte er so eine Art von Orgasmus, sagen wir mal. Und da weiß ich noch, wie ich in der Dunkelheit aufgestanden bin, denn da war mir der Mann unheimlich. Und da ging ich raus und bin nie wieder hingegangen“.
Autor Pilgrim plant Fortsetzung

Hoppe äußerte sich später noch einmal ähnlich. Und Pilgrim führt noch eine ähnliche Szene von den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch Patenkirchen an, wo der „Führer“ aber keinen Orgasmus bekommen habe.

Auf Hoppes Beobachtung baut er seine komplette Theorie auf, mit der er inzwischen Aufsehen in vielen Ländern erregte. Sein Buch ist ein Fest für Menschen, die abseitige Theorien mögen. Ob der Männer-Versteher Pilgrim einer Antwort auf die Frage „Wie konnte es geschehen“ näherkommt, sollte der Leser am besten selbst entscheiden. Wer sich nach der Lektüre des Buches noch nicht sicher ist, der sei vertröstet – es sind ja noch drei weitere Bände geplant.

 

Nachrichtenquelle: http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/skurrile-these-liess-hitler-millionen-menschen-ermorden-weil-es-ihn-sexuell-erregte_id_7642597.html

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